Das Ende der Steinkohle und …


Kohle zu verbrennen, um damit Gebäude zu heizen, ist derselbe Wahnsinn, wie Erdöl in PKWs als Antriebsenergie zu nutzen. Das können wir heute sagen, da es Alternativen gibt. Wir schauen also nicht zurück im Zorn, sondern wir freuen uns auf das Neue. Mit dem Ende der Kohle geht aber vielleicht noch etwas viel Wichtigeres verloren: die Solidarität. Wer wie ich in einer Kohleregion groß geworden ist, der weiß, wovon ich spreche.

Unter Tage in 1000 m Tiefe da rückt man zwangsläufig zusammen. Diese Ausnahmesituation schafft überlebensnotwendige Regeln und schafft ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das man bis heute in den feuchten Augen von Bergleuten sieht, die jetzt vom Ende der Steinkohle berichten. Diese Solidarität hat sich früher vom Flöz bis in die Verwaltung und die gesamte Region ausgedehnt. Das Gefühl zusammen zu gehören und füreinander einzustehen, war selbstverständlich. So dreckig die Kumpels aus der Tiefe nach oben kamen, so stolz waren sie auf ihren Beruf und das, obwohl viele mit Mitte 50 an einer Staublunge oder anderen Krankheiten gestorben sind.

Vielleicht rücken wir ja wieder als Gesellschaft zusammen und besinnen uns darauf, dass wir in Zeiten, in denen es wie unter Tage eng wird, besser gemeinsam als einzeln wirken. Umweltschutz, Klimawandel, Kriege oder Zweiklassengesellschaft: Es gibt genügend Baustellen und keine davon werden wir nationalstaatlich und alleine lösen, um das noch schnell hinterherzuschieben. Es wird also hinreichend eng.

Wir sehen als Entwickler von Bürogebäuden hier eine Aufgabe für uns. Bürogebäude sind der Ort, an dem Menschen zusammenkommen und zusammenwirken. Gute Architektur und Innenarchitektur schafft Raum für Begegnung und ist mehr als nur Schutz gegen Wind und Regen. Grundrisse, die zur Kommunikation einladen, bei denen sich die Mitarbeiter nicht abschotten, sondern aufeinander zugehen, fördern das Zusammenwirken. Dabei sind wir auch der Meinung, dass ein Bürogebäude Sinn stiften kann. Bürogebäude, die sich aktiv mit der Gesundheit der Nutzer beschäftigen, die dabei helfen, die Umwelt zu schonen, oder die das Portemonnaie von Vermieter und Mieter durch kleine Lebenszykluskosten gleichermaßen füllen, machen Sinn. Und so wie es uns und unserem Netzwerk Spaß macht, an diesen Gebäuden zu arbeiten, könnte es auch den Nutzern ergehen. Wir sehen sowieso die Produktanbieter in der Pflicht, Sinn zu stiften, der Verbraucher soll die Chance bekommen, sinnvoll zu investieren.

Es ist der (Gemein-)Sinn, der uns in der Gesellschaft abhanden gekommen ist. Wir glauben durch die Befriedigung des Einzelinteresses mehr Glück zu erfahren, um dann später festzustellen, dass wir ohne soziale Kontakte verkümmern. Lassen Sie uns von den Kumpels in meiner Heimatregion Aachen, dem Ruhrgebiet und anderen Kohlegebieten lernen. Lassen Sie uns gemeinsam Dinge tun, auf die wir gemeinsam stolz sein können.

Na, wenn das kein Weihnachtswunsch ist. Ich wünsch Ihnen was, wir sprechen uns im nächsten Jahr wieder. Bis dahin werde ich sinnlos Weihnachtskekse essen.

Bernhard Frohn

"Mich begeistern nachhaltige Lösungen, die langfristig alle zu Gewinnern machen. Einseitiges Wirtschaften zum kurzfristigen Nutzen weniger wird uns auf die Füße fallen. Das ist kein politisches Statement von mir, sondern ich behaupte, dass nur mit konsequenter Nachhaltigkeit langfristig unsere sozialen und wirtschaftlichen Systeme stabil bleiben werden. Die zunehmende Instabilität unserer sozialen und wirtschaftlichen Systeme sind gerade gut zu beobachten. Kann mir jemand erklären, wie in einem der reichsten Länder der Welt, nämlich in Deutschland, die Kinderarmut steigen kann? Hier ist HANDELN angesagt, wie gesagt, zum Wohle Aller und mit dem Blick in die Zukunft!"

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