Kooperationen erfolgreich aufbauen


Haben Sie sich von Ihrem Profil bei XING oder LinkedIn oder anderen Plattformen auch mehr versprochen? Da haben Sie 1.000 Freunde, Kontakte oder wie auch immer diese Verbindungen heißen mögen und irgendwie passiert zu wenig. Teilweise wird sogar intelligente Software eingesetzt, mit der Ihnen und 5.000 anderen vorgegaukelt wird, dass Sie einen Besuch auf Ihrer Seite hatten. Neugierig schauen Sie nach, wer Sie besucht hat, so dass Sie in eine der vielen Werbefallen tappen, die hier aufgebaut werden. Ist das der Sinn von Social Networking? Hat das Nutzen? Kommen Sie so zu einer erfolgreichen Kooperation, die Ihr Geschäft beflügelt?

Nein, natürlich nicht. Und nicht die Plattformen sind daran schuld, sondern unsere Erwartungshaltung spielt uns hier einen Streich. Irgendwie hoffen wir halt immer, dass sich der Erfolg doch bitte mit möglichst wenig Aufwand einstellen möge. Ein paar Euros pro Monat für die Plattform, ein interessantes Foto, einige Suchbegriffe und markige Sprüche und jetzt soll es bitte klappen.

Aber so einfach ist es nicht. Eine der schwierigsten Aufgaben ist es, Menschen hinter seine Idee zu bringen und mit Ihnen erfolgreich zu kooperieren. Das gilt für Mitarbeiter wie für Kooperationspartner gleichermaßen. Erfolg ist dabei immer so definiert, dass beide Partner durch die Kooperation Erfolg haben müssen. Kooperieren Sie mit 30 Firmen, müssen Sie eben Nutzen für 30 Firmen bieten. Das hört sich nicht nur schwierig an, das ist es auch. Damit es zu einer Kooperation kommt, ist gegenseitiges Vertrauen notwendig. Und das ist nicht trivial. Jeder Mensch hat eine andere Geschichte und, je älter er wird, desto mehr hat er auch Enttäuschungen in Kooperationen erlebt. Und ob er will oder nicht, nimmt er diese in das nächste Kooperationsgespräch mit. Und daher herrscht Misstrauen ohne Ende. Und wehe, wenn das Misstrauen durch Fehlverhalten des Partners sogar bestätigt wird, dann werden alle Absprachen schnell hingeworfen und dann ziehen sich alle wieder schnell in ihr Schneckenhaus zurück.

Und wie soll es daher funktionieren?

Nun erwarten Sie bitte keine Wunder-Tipps von mir, aber ich berichte gerne, wie ich stabile Kooperationen aufgebaut habe und weiter aufbauen werde. Zunächst sollten Sie sich bitte bewusst sein, dass Kooperationen aufzubauen, echte Arbeit ist. Damit Menschen Ihnen vertrauen, benötigen Sie manchmal Jahre. Da reicht nicht ein Gespräch, sondern es sind viele notwendig. Und gehen Sie um Himmels willen von vornherein davon aus, dass im ersten Projekt etwas schief geht. Das wird es nämlich. Sollten Sie oder Ihr Partner dann schon die Flinte ins Korn werfen, dann sage ich Ihnen voraus, werden Sie nie eine erfolgreiche Kooperation aufbauen. Geduld und Nachsicht sind notwendig. Und gehen Sie bitte auch davon aus, dass Sie zunächst Nutzen stiften müssen, ehe Sie Nutzen selbst erhalten. Wenigen Menschen ist gegeben, dass Sie im Nutzen anderer denken und noch besser handeln. Dazu ein Spruch mit einer großen Portion Wahrheit: „Jeder denkt nur an sich, nur ich, ich denke an mich.“

Um die Konsequenz des Nutzenstiftens zu verinnerlichen, lassen Sie uns einmal eine Annahme treffen. Nehmen wir einmal an, es gelänge Ihnen, mit Ihrem Geschäftsmodell Ihrem Kooperationspartner Nutzen zu bieten. Ich meine damit so richtigen Nutzen. Der Nutzen sollte so groß sein, dass Ihr Kooperationspartner alles andere stehen und liegen lässt. Was würde dann passieren? Ja dann würde sich der Kooperationspartner mit allen Kräften darum bemühen, dass Ihr Geschäftsmodell fliegt. Und das wäre dann eben irgendwann zu Ihrem Nutzen. Die Formel ist so einfach, dass man sich wundert, dass der Weg so selten gegangen wird. Selbstsucht, Narzismus, das Denken in unsinnigen Hierarchien und andere dumme Eigenschaften des Menschen sind hier die Stolpersteine, die viele nicht überwinden werden. Schade eigentlich! Ein Problem ist allerdings auch, dass bei allem Bemühen, das Sie an den Tag legen, sich mancher Nutzen für Ihren Kooperationspartner erst spät einstellt. Und solche Kooperationspartner, die mit dem Thema Vertrauen in Ihre Aussagen ein Problem haben, werden es einfach nicht schaffen, die Zeit abzuwarten, bis es Ihnen gelingt, Nutzen gestiftet zu haben. Das ist ein echtes Problem und so habe ich schon manchen Kooperationspartner sich auch von mir wieder abwenden sehen. Das sollte aber kein Problem sein, bleiben Sie hartnäckig bei Ihrem Ziel. Sollte der Erfolg offensichtlich werden, kommen alle wieder, das verspreche ich Ihnen.

Stellen Sie also Ihren Nutzen nach hinten. Denken Sie im Sinne Ihrer Kooperationspartner, Ihrer Kunden, Ihrer Mitarbeiter, der Umwelt (Öffentlichkeit), der Folgegenerationen und natürlich auch Ihrer Familie. Wenn Sie das einige Jahre konsequent durchhalten und sich allmählich der Erfolg einstellt, haben Sie ein stabiles System aufgebaut und sie werden sich wundern, wie Ihr Geschäftsmodell nicht nur funktioniert, sondern fliegt.

Zu kooperieren ist in Zukunft in Zeiten von der Transparenz und den Möglichkeiten durch Digitalisierung übrigens nicht nur nice to have, sondern es ist dringend notwendig. Wer nicht lernt zu kooperieren, wird kurz- oder mittelfristig vom Markt verschwinden, das ist meine Einschätzung. Auch ein Bürogebäude und dessen Arbeitswelten sollte das Thema Kooperation, Coworking oder Collaboration unterstützen. Hierzu habe ich schon einiges im Blog geschrieben.

Ich selbst bin zu den Themen Collaboration und Open Innovation noch nicht am Ende meines eigenen Weges. Daher können Sie auch gerne beobachten, ob meine These stimmt und zu Erfolg führt. An Hartnäckigkeit mangelt es mir nicht. Wenn Sie aber nicht nur beobachten wollen, wie mein Geschäftsmodell das Fliegen lernt, können Sie auch mit mir kooperieren. Über 100 Firmen sind bereits in meinem Netzwerk.

Aber Vorsicht, wenn Sie mit mir kooperieren wollen und wir einen Ansatz finden, werde ich Ihnen Nutzen stiften wollen. Echt hinterhältig!

Bernhard Frohn

"Mich begeistern nachhaltige Lösungen, die langfristig alle zu Gewinnern machen. Einseitiges Wirtschaften zum kurzfristigen Nutzen weniger wird uns auf die Füße fallen. Das ist kein politisches Statement von mir, sondern ich behaupte, dass nur mit konsequenter Nachhaltigkeit langfristig unsere sozialen und wirtschaftlichen Systeme stabil bleiben werden. Die zunehmende Instabilität unserer sozialen und wirtschaftlichen Systeme sind gerade gut zu beobachten. Kann mir jemand erklären, wie in einem der reichsten Länder der Welt, nämlich in Deutschland, die Kinderarmut steigen kann? Hier ist HANDELN angesagt, wie gesagt, zum Wohle Aller und mit dem Blick in die Zukunft!"

4 Antworten auf „Kooperationen erfolgreich aufbauen

  1. Hallo Herr Frohn, Sie sprechen mir aus der Seele. Digitalisierung der Planung – damit nenne ich beispielshaft nur BIM – basiert auf Kollaboration. Ergo: Ohne kooperatives Mindset kein effektives BIM. Vor einiger Zeit habe ich Ihnen über Baumensch berichtet. Die Plattform läuft inzwischen und ich würde mich über weiteren Austausch freuen.
    VG CS

    Gefällt mir

    1. Hallo Herr Stemmer,

      vielen Dank für die positive Rückmeldung, ich melde mich gerne bei Ihnen. Danke für die Ergänzung zum Thema BIM. Sie haben vollkommen recht, dass BIM und Kooperation sich geradezu bedingen.

      Viele Grüße sendet Ihnen
      Bernhard Frohn

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.