Die Wehen des Neuen


Irgendwie rumort es. Spüren Sie das auch? Probleme wohin das Auge reicht. Die Reichen werden reicher, die Armen werden ärmer. Es gibt Terrorangst. Roboter und Digitalisierung klauen unsere Arbeitsplätze. Die Börsen stürzen ab, weil in Amerika gewählt wird. Auf einen Bundespräsidenten kann man sich nicht mehr einigen und der eine Politiker schimpft auf den anderen. Sowie eigentlich jeder gerne von der Unfähigkeit des anderen spricht. Und dann noch dieses Gerede von den neuen Arbeitswelten. Alles ändert sich hier angeblich und jetzt soll ich auch noch anders arbeiten. Das will ich doch gar nicht!

Und genau das ist ein Problem, wie wir gleich sehen werden.

Was wir gerade erleben, sind die Wehen eines neuen Zeitalters. Ich als Mann kann über Wehen locker schreiben, aber Frauen wissen, welchen Schmerz es bereitet, wenn neues Leben entsteht. Und genau das passiert gerade, es entsteht neues Leben. Übrigens wissen wir nicht, ob dies gut oder schlecht sein wird. Das wissen aber Eltern nie. Dennoch freuen Sie sich auf das neue Leben und geben anschließend ihr Bestes, damit aus dem Leben etwas Gutes wird. Eine Garantie gibt es dafür nicht. Und halten wir bitte fest: Neues Leben entsteht unter Schmerzen und massiver Beeinflussung unseres bisherigen Lebens! Und da niemand so vollständig versteht, was gerade mit uns passiert, gibt es auch viel Misstrauen dem Anderen und neuen Wegen gegenüber. Das ist vollkommen legitim und soll von mir hier nicht kritisiert werden.

Es entsteht deshalb offensichtlich gerade jetzt neues Leben, da sich aus vielerlei Gründen alte Zöpfe abgenutzt und überlebt haben. Werte verändern sich. Was den Baby-Boomern noch gefiel, ist der Generation Y völlig unwichtig und umgekehrt. Globalisierung, Ressourcenprobleme und digitale Vernetzung sind weitere Randbedingungen, die dynamisch an den Grundfesten unseres Systems rütteln. Alleine die digitale Vernetzung reicht aus, um unsere Arbeitswelt tatsächlich umzukrempeln. Brauchen wir noch Banken? Diese Frage hätte man vor 20 Jahren nicht stellen können, ohne als wahnsinnig zu gelten. Heute versteht jeder, was mit der Frage gemeint ist. Geld kann heute digital per Crowd-Investing auch in Millionengrößenordnung gesammelt und in ein Projekt investiert werden. Und auch Privatdarlehen gibt es heute im Internet von privat an privat. 50 % aller Arbeitsplätze werden durch Digitalisierung verschwinden oder sich massiv verändern, so zeigen es Studien. Hoffen Sie also bitte nicht, dass bei Ihnen alles beim Alten bleibt.

Kommen wir zurück zu einem der Kernprobleme. Die große Masse will keinen Wandel. Sie hat sich in ihrer Routine eingerichtet und wickelt diese sicher ab. Und so entbricht ein Kampf zwischen den Bewahrern und den Erneuerern. Die Bewahrer gehen dabei einen gefährlichen Weg, da das neue Leben wohl nicht aufzuhalten sein wird. Und die Erneuerer? Sie haben die Chance der Mitgestaltung. Während in der großen Politik und in der großen Wirtschaft eher mit Pfeilen geschossen wird, um die Unfähigkeit des anderen in der Öffentlichkeit endlich klarzustellen, herrscht im Mittelstand eine interessante Klarheit und Aktivität. Ein großes Glück meines Jobs ist es, mit vielen Mittelständlern sehr unterschiedlicher Branchen ins Gespräch zu kommen, die unser Bürogebäudeprodukt interessant finden. Und siehe da, hier gibt es Perspektive und hier gibt es Pläne. Hier wird offen darüber gesprochen, dass wohl das eigene Geschäftsmodell sich dramatisch ändern wird, aber es gibt eben auch Pläne für ein neues und anderes Unternehmerleben.

Halten wir fest. Neues Leben entsteht schmerzhaft. Dies aber vor allem für diejenigen, die nicht mitmachen wollen und die dann überrascht sind, dass sie abgehängt sind. Da aber wirklich große Probleme der alten Zeit zu überwinden sind, macht es Sinn, Neues mit Bedacht zu schaffen. Dieses Neue wird in Ihrem Unternehmen sehr wahrscheinlich maßgeblich in Bürogebäuden erdacht und entwickelt werden. Daher bin ich der festen Überzeugung, dass jedes Unternehmen über veränderte Arbeitswelten für sein Unternehmen nachdenken MUSS. Wir haben übrigens regelmäßig Anfragen von Mitarbeitern, die sich im Sinne Ihres Unternehmens für neue Arbeitswelten interessieren. Liebe Manager und Unternehmer freuen Sie sich über so aktive Mitarbeiter und nehmen Sie deren Aufbegehren als unfassbare Motivation wahr, etwas in Ihrem Unternehmen zum Positiven zu ändern.

Neue Arbeitswelten? Ja, es führt kein Weg daran vorbei. Wenn Sie 70 Jahre lang an einem Schreibtisch sitzen und dieselbe Wand anstarren, dann werden Sie zum Routinier und zum Bewahrer und dann werden Sie verteidigen wollen, was nicht mehr zu verteidigen ist. Neue Arbeitswelten sind aber auch nur ein Instrument und nicht der eigentliche Weg in die Zukunft Ihres Unternehmens. Ohne dieses Instrument halte ich Wandel aber dennoch für schwer möglich, da Architektur und Innenarchitektur der materielle Ausdruck einer Haltung und einer Kultur sind. Ich schreibe hier nicht „sein können“, sondern „sind“, da ich von dem Zusammenhang fest überzeugt bin. Unsere Umgebung prägt uns und damit unser Handeln. Und so können wir durch neue Arbeitswelten auch diejenigen mitnehmen, die noch an dem Neuen zweifeln. Übrigens bin ich ein Fan von Zweiflern, wenn es keine Bremser und Besserwisser, sondern gestaltungsoffene Kritiker sind. Da niemand den Weg in das neue Leben genau kennt, müssen die Erneuerer mit den Zweiflern ringen. Eine transparente Architektur, die Höhlenbildung verhindert, hilft übrigens auch dabei.

Bernhard Frohn

"Mich begeistern nachhaltige Lösungen, die langfristig alle zu Gewinnern machen. Einseitiges Wirtschaften zum kurzfristigen Nutzen weniger wird uns auf die Füße fallen. Das ist kein politisches Statement von mir, sondern ich behaupte, dass nur mit konsequenter Nachhaltigkeit langfristig unsere sozialen und wirtschaftlichen Systeme stabil bleiben werden. Die zunehmende Instabilität unserer sozialen und wirtschaftlichen Systeme sind gerade gut zu beobachten. Kann mir jemand erklären, wie in einem der reichsten Länder der Welt, nämlich in Deutschland, die Kinderarmut steigen kann? Hier ist HANDELN angesagt, wie gesagt, zum Wohle Aller und mit dem Blick in die Zukunft!"

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