Planen und Bauen einmal anders


Wer ein Bürogebäude bauen will, der hat sich etwas vorgenommen. Zahlreiche Themen sind zu bewältigen, die zudem noch ineinandergreifen. Viele Beteiligte reden mit und jetzt muss der Bauherr entscheiden, welche Aussage er wie bewertet. Das ist eine wirklich komplexe Aufgabe für ein Bauvorhaben mit sehr hohen finanziellen Risiken behaftet. Wie kann ein Bauherr dieses komplexe Problem angehen, welche Führungskultur ist die richtige?

Meist ist heute der autoritäre Stil zu beobachten. Kaufmännischer Projektsteuerer und Rechtsanwälte werden durch den Bauherrn eingeschaltet, in der Gewissheit so alles richtig zu machen. Ich mutmaße einmal, dass der autoritäre Stil entsteht, da das Vertrauen fehlt. Die Baubranche hat nicht immer einen guten Ruf und viele Medien beschäftigen sich ausführlich mit Pleiten, Pech und Pannen im Bau. Unsicherheit ist also im Übermaß vorhanden. Nun können allerdings Rechtsanwälte und kaufmännische Projektsteuerer wieder nur einen Teil des Gesamtsystems beurteilen. Durch finanziellen und rechtlichen Druck entsteht zudem eine Zersplitterung des Planungs- und Bauteams. Jeder ist in der Verteidigungshaltung und zieht sich auf seine Rolle, seine Aufgabe und seine Absicherung zurück. An den Schnittstellen entstehen jetzt die Probleme und Schnittstellen gibt es genügend.

Modernes Bauen kennt aber nicht nur Schnittstellen, sondern auch Interdependenzen, um es vornehm auszudrücken. Wenn der Architekt ein anderes Glas wählt, dann ändern sich Heiz- und Kühltechnik. Wenn jetzt der Techniker mit dem Architekten reden würde, könnte eine gute Gesamtlösung entstehen. Wie soll aber bei einer Führungskultur des Gegeneinanders eine Zusammenarbeit entstehen? Wir können nicht von dem Planungsteam erwarten, dass sie bei sowieso schon knappem Honorar und unglaublich hohen Risiken auch noch mutig in die komplexe Entwicklung von Gesamtlösungen einsteigen. Dies wird nicht honoriert weder verbal noch monetär, da auch nur sehr wenige Bauherren die Intelligenz von Gesamtlösungen beurteilen können. Es wird leider stundenlang über Einzelaspekte gesprochen, nicht wissend, dass diese Entscheidung zu hohen Folgekosten oder Funktionsproblemen führen oder noch schlimmer, dass baurechtliche Probleme an den Schnittstellen erzeugt werden, wie am Thema Brandschutz häufig zu beobachten ist.

Was ist die Lösung aus dem Dilemma? Rechtsanwälte und kaufmännische Projektsteuerer sind es nicht! Beide sind dringend notwendig in einem Bauvorhaben, aber sie können nicht über bautechnische Interdependenzen richten. Daher sehe ich drei Lösungsansätze, mit denen wir Erfolg haben.

  1. Vertrauen: So schwer es auch fällt, aber eine Kultur des gegenseitigen Vertrauens, der Motivation für eine perfekte Leistung und der Bereitschaft im Problemfall (und Probleme gibt es beim Bauen unter freiem Himmel immer) konstruktiv nach Lösungen im Sinne aller Beteiligten zu suchen, ist eine funktionierende Lösung. Schafft es der Bauherr diese Kultur überzeugend zu leben, dann verspreche ich neue Bauergebnisse (Kosten, Zeit, Qualität, Termin).
  2. Moderation: Unter Moderation sollte man nicht die Kartenabfrage auf der Pin-Wand verstehen, die in Mudeldudelseminaren eine nette Stimmung des Ichdarfmichbeteiligen erzeugt. Moderation ist die FACHLICHE Fähigkeit, Interessen auszugleichen, denn darum geht es letztendlich. Dazu benötigt der Moderator eine neutrale Rolle, Know-how der Menschenführung und auch fachliches Know-how für das Denken in integralen Bausystemen. Gerade letztere Forderung dünnt die Anzahl der fähigen Personen extrem aus.
  3. Tools: Der Moderator sollte selbst oder durch andere Beteiligte über Tools verfügen, die ihm bei der Bewertung helfen. Wie will man bewerten, welche Kombinationen aus Glas (Architekt) und Technik (TGA) wirklich sinnvoll sind? Dabei zählen für den Bauherren wirtschaftliche Aspekte der Investitions- aber auch Lebenszykluskosten, Aspekte der Funktion und Funktionsstabilität (Stresstest für Gebäudekonzepte), ökologische Aspekte und weitere Aspekte der Nachhaltigkeit. Gebäudesimulation und Zertifizierungen nach einem Nachhaltigkeitszertifikat sind hier Tools, die die Bewertung erst ermöglichen. Wer denkt, Bürogebäude ohne Simulation entwickeln zu können, der ist mutig.

Mit der Führungskultur des Vertrauens haben wir extrem gute Erfahrungen gemacht. Wir wählen die Beteiligten unserer Bauvorhaben nicht mehr im Wettbewerb aus. Wenn überhaupt dann machen wir einen reinen Qualitätswettbewerb. Der Preis als Qualitätskriterium versagt. Stellen Sie sich bitte vor, Sie nähmen den billigsten Rechtsanwalt als Treuhänder Ihrer rechtlichen Bedarfe. Genau, das macht niemand. Warum vertrauen wir dann 10 Mio. € dem billigsten Bauunternehmen an?

Wenn also die Beteiligten vor Verhandlung eines Vertrages gesetzt sind, haben Sie sofort einen Partner an Bord. Wenn Sie diesem Partner jetzt noch erklären, welche hohen Ziele Sie mit dem Bürogebäude für die Arbeitswelten der Zukunft verfolgen, dann haben Sie sogar einen konstruktiven Partner. Und wenn der Partner mitbekommt, dass die anderen auch Partner sind, dann haben Sie sogar einen konstruktiven im Netzwerk denkenden Partner. Und ich verspreche ihnen, das Bauergebnis ist sofort besser und zwar interessanter Weise auch bei den Investitionskosten. Sie denken nämlich gar nicht, wie viele Sicherheitszuschläge es beim Bauen ohne Vertrauenskultur gibt.

Da aber Generationen von Planern und Bauunternehmen gelernt haben, dass die Regeln auf der Baustelle hart sind, glaubt Ihnen zunächst niemand, dass Sie es wirklich ernst meinen. Daher müssen Sie als Bauherr Geduld haben und über mehrere Bauvorhaben diese Kultur am besten mit festen Partnern aufbauen. Sie werden sehen, dass Sie das dritte Bauvorhaben fast auf Zuruf realisieren zu unglaublichen Preisen mit sogar noch höherer Qualität. Wollen Sie hingegen nur einmal in Ihrem Leben ein Bürogebäude bauen, dann lohnt sich der Blick auf einen Anbieter, der diese Werte überzeugend lebt. verwickeln Sie ihn in ein Gespräch über Werte und Sie werden sehr schnell entdecken, ob er welche hat, die über seinen Eigennutzen hinaus Nutzen stiften.

Bernhard Frohn

"Mich begeistern nachhaltige Lösungen, die langfristig alle zu Gewinnern machen. Einseitiges Wirtschaften zum kurzfristigen Nutzen weniger wird uns auf die Füße fallen. Das ist kein politisches Statement von mir, sondern ich behaupte, dass nur mit konsequenter Nachhaltigkeit langfristig unsere sozialen und wirtschaftlichen Systeme stabil bleiben werden. Die zunehmende Instabilität unserer sozialen und wirtschaftlichen Systeme sind gerade gut zu beobachten. Kann mir jemand erklären, wie in einem der reichsten Länder der Welt, nämlich in Deutschland, die Kinderarmut steigen kann? Hier ist HANDELN angesagt, wie gesagt, zum Wohle Aller und mit dem Blick in die Zukunft!"

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