Authentizität 4.0


Nachdem ja heute alles 4.0 sein muss, fordere ich in diesem Blogartikel die Authentizität 4.0 und Sie werden sich wundern, wie ich wieder beim Thema dieses Blogs landen werde. Authentizität (meine Güte ist das schwer auszusprechen, lesen Sie lieber leise) beschreibt den Punkt, an dem der Schein dem Sein auf Augenhöhe begegnet. Das ist doch schon einmal ein Satz, den es zu erklären gilt. Vieles ist heute Schein. Schein begegnet Ihnen täglich und das mehrfach. Die Medien werben um Ihre Aufmerksamkeit und da dies am besten mit Katastrophen geht, werden diese präsentiert. Breaking News am laufenden Band, Ihre Wahrnehmung wird vom Sein entführt. Firmen werben um Ihren Euro, Parteien um Ihre Stimme, Religionen um Ihre emotionalen Grundmauern. Und alle sind gut geschult und haben Bücher über Neuromarketing gelesen.

Würde dies alles mit authentischer also ehrlicher Absicht erfolgen, dann wäre an das Gemeinwohl und Ihr persönliches Wohl gedacht. Dann wäre alles gut. Dem ist aber häufig nicht so, oder gehen Sie davon aus? Eben, das sehe ich auch so!

Wir stehen, dank Internet und Digitalisierung, vor der größten globalen und interdisziplinären Vernetzung, die dieser Globus bisher gesehen hat und leisten uns noch den Luxus, als Egomanen herumzulaufen. Die 62 reichsten Familien verdienen so viel, wie die eine Hälfte der Weltbevölkerung, der Unternehmenslenker eines DAX-Konzerns verdient das Geld, das eine dringend notwendige Pflegekraft in 800 Jahren verdienen wird und ein Manager aus einem normalem mittelständischem Unternehmen kann heute mit 55 Jahren den Griffel fallen lassen und zusehen, wie Rentner Flaschen sammeln. Dabei haben alle Genannten nichts unrechtes getan. Das System belohnt bestimmte Fähigkeiten und nimmt andere nicht wahr. Dabei versteht das System nicht, dass es sich selbst schadet. Der amerikanische Milliardär Nick Hanauer hat in einem öffentlichen Brandbrief an seine Mitmilliardäre dies nachdrücklich dargestellt. Googlen Sie seinen Namen, dann werden sie den Brief finden.

Kommen wir zurück zu der ehrlichen Absicht. Die ehrliche Absicht kann nicht anders, als auch an andere zu denken, wie Nick Hanauer dies gemacht hat. Die ehrliche Absicht ist unverschleiert und wird sofort entlarvt und abgewählt, wenn zu erkennen ist, dass sie nur Einzelnen nützt. Daher müssen Menschen und Unternehmen, die sich der Authentizität verschrieben haben gleichermaßen an Kunden, Öffentlichkeit, Umwelt und auch an sich selbst denken. Und dann und zwar nur dann, wenn Lösungen gefunden werden, die allen dienen, kommen sie auch wirklich weiter. Das ist zum einen das Problem und zum anderen die Stärke von Authentizität. Sie zu leben, ist verdammt mühsam, wenn aber die anderen erkennen, dass sie selbst profitieren, gibt es kein Halten mehr.

Voraussagen möchte ich, dass die Vernetzung von Menschen und Informationen dazu führen wird, dass wir deutlich mehr Authentizität bekommen werden. Es wird mehr hinterfragt und Täuschungen werden entlarvt und das ist gut so. Das schafft Gemeinwohl. So wie das Hotel, das Restaurant oder das Buch im Internet bewertet werden, werden heute auch schon Unternehmen mit Betriebsklima, Aufstiegschance und weiteren Kriterien bewertet. Dass bei der Bewertung auch positiver wie negativer Missbrauch erfolgt, will ich nicht in Abrede stellen. Dies wird das Netz aber nicht davon abhalten, weiter zu bewerten und ich habe zumindest sehr häufig den Eindruck, dass die Bewertung auch dem Sein entspricht. Bei der letzten Suche eines Restaurants in einer fremden Stadt hat dies gut funktioniert.

Menschen, Unternehmen und deren Produkte können und müssen sich dem stellen. Vollkommen transparente und für den Nutzer verständliche und faire Geschäftsprozesse wären doch ein Anfang. Wenn Sie also Produkte an Zukunftsmärkten erfolgreich platzieren wollen, dann sage ich einmal voraus, dass Sie an den Themen Nachhaltigkeit (Langfristdenken) und Digitalisierung (Vernetzung) nicht vorbei kommen werden. Um diese Themen in einer Unternehmenskultur zu verankern (und nur dann wird sie gelebt werden und Sie werden Erfolg haben), sollten Sie alle Randbedingungen auf diese Themen ausrichten. Unternehmens-IT, Fuhrpark und auch die Arbeitswelten im Bürogebäude sollten alle wirklich überprüfbar nachhaltig sein und sollten den Nutzern per Digitalisierung vorleben, wohin sich die Welt entwickelt. Zukunftstauglichkeit kann man nicht durch Firmenleitlinien diktieren, sondern man muss sie leben und zwar konsequent und dies täglich.

 

Bernhard Frohn

"Mich begeistern nachhaltige Lösungen, die langfristig alle zu Gewinnern machen. Einseitiges Wirtschaften zum kurzfristigen Nutzen weniger wird uns auf die Füße fallen. Das ist kein politisches Statement von mir, sondern ich behaupte, dass nur mit konsequenter Nachhaltigkeit langfristig unsere sozialen und wirtschaftlichen Systeme stabil bleiben werden. Die zunehmende Instabilität unserer sozialen und wirtschaftlichen Systeme sind gerade gut zu beobachten. Kann mir jemand erklären, wie in einem der reichsten Länder der Welt, nämlich in Deutschland, die Kinderarmut steigen kann? Hier ist HANDELN angesagt, wie gesagt, zum Wohle Aller und mit dem Blick in die Zukunft!"

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