5 vor 12


Die Klimakonferenz in Paris ging mit einem nicht erwarteten Konsens auf breiter Basis der Weltgemeinschaft zu Ende. Ich möchte unbedingt das Positive darin sehen, aber liebe Leser dieses Blogs, was glauben Sie, warum der Konsens so unterschiedlicher Nationen mit so unterschiedlichen Zielen jetzt zustande kam? Ganz einfach. Da auch die letzten Optimisten sehen, dass es fünf Minuten vor zwölf ist und da erkennbar ist, dass der Klimawandel den wichtigsten Wert unserer heutigen Gesellschaft (die Wirtschaft) angreift, will und muss jetzt jeder handeln. Das ist der wahre Grund für die plötzliche Harmonie.

Ja, es gab sie einmal die Schlagzeilen, die vor den Umweltaktivisten warnten und die den Untergang von tausenden von Arbeitsplätzen vor sich sahen. Die Schlagzeilen sollten dann auch recht behalten, da Arbeitsplätze in konventionellen Branchen verloren gingen. Aber gleichzeitig wurden eben tausende neuer Arbeitsplätze im Umweltbereich geschaffen. Umweltschutz ist zu einer Wirtschaftsmacht geworden, das ist zum Glück mittlerweile allen klar.

Leider gibt es aber auch Kräfte, die am anderen Ende des Seils ziehen. Und hier kommen wir Verbraucher und Konsumenten ins Spiel, ich nehme mich in keinster Weise dabei aus. Billig, billiger und noch billiger: Das ist unsere Forderung. Unsere Forderung hat zwei Gründe:

  1. Da wir niemandem mehr trauen und damit auch an Qualität nicht mehr glauben, soll zumindest der Preis niedrig sein. Und so dreht sich bei Milch, Fleisch, Unterhaltungselektronik oder auch im Bauwesen eine Preisspirale, die so richtig wehtut. Auch wenn die Hersteller nachhaltig wirtschaften wollen, schaffen sie es kaum, da die Konkurrenz eben billiger ist. Und solange wir Konsumenten billig belohnen und uns die Langlebigkeit von Produkten nicht interessiert, sollten wir bitte nicht darüber klagen, dass die Maßnahmen der Klimakonferenz im Stau der Wunschvorstellungen stecken bleiben.
  2. Da unsere Welt so richtig komplex geworden ist, schaffen wir uns einen Overhead, der bezahlt werden muss. Schauen Sie sich die globalisierten Handelsströme an, schauen Sie sich unsere Investitionen in das Gesundheitswesen an oder betrachten Sie die Kosten des demografischen Wandels, dann sehen Sie was ich meine.

Wo fangen wir hier an, um im Sinne des Klimaschutzes zu agieren? Ist der Konsument schuld, der billig kauft, ist der Anbieter schuld, der nicht nachhaltig produziert? Hier würde ich dann gerne einmal mit dem negativen Teil des Blogbeitrags enden und die Schuldfrage gar nicht beantworten wollen. Ich habe eine positivere Idee!

Wissen Sie, was wir machen? Wir entwickeln einfach nachhaltige Produkte und verkaufen diese mit Fariness, Transparenz und Langlebigkeit. Dabei erobern wir uns das Vertrauen der Konsumenten zurück, in dem wir offenlegen, was wir verdienen und was er verdient und wie die Umwelt von unserem Tun profitiert. Daran mangelt es nämlich, an Vertrauen. Keiner traut dem anderen mehr. Eine große und gut gemachte Informationskampagne ist dazu notwendig.

Und wenn wir dann genügend Kunden davon überzeugt haben, dass unser gemeinsamer Weg der gesündeste für alle Beteiligten ist, dann ziehen wir unsere Lieferantenpartner mit. Denn erst, wenn diese aus der Kostenspirale herauskommen, können sie auch wieder in Nachhaltigkeit investieren. Aktuell wird viel Show mit wenig Nutzen gemacht. Versuchen Sie einmal für ein Bürogebäude den ökologischen Fußabdruck zu bestimmen. Sie werden sich wundern, wie wenige Daten es bisher gibt. Das Thema befindet sich in den Kinderschuhen, was diesmal im Sinne des Fußabdrucks nicht so positiv ist 😉

Um mit der Informationskampagne hin zu fairen, transparenten und langlebigen Produkten zu beginnen, haben wir ein Buchprojekt aufgelegt, das wir auf elektronischem Weg als App oder e-Book ab Januar 2016 anbieten. Das Buch „einfach.anders“ beschreibt alle Randbedingungen und Eigenschaften, die für die Realisierung eines Bürogebäudes der Zukunft von Bedeutung sind. Wenn Sie mögen, folgen Sie uns. Das Buch wird in 12 Kapiteln entstehen und Sie erhalten alle 8 Wochen automatisch das neue Kapitel.

Ich will also nicht die Schuldfrage klären, wer jetzt wohl das größte Hemmnis bei der Umsetzung der Maßnahmen der Klimakonferenz sein wird, sondern ich schlage vor, dass wir eine Produktwelt aufbauen, die alle zu Gewinnern macht. Ich bin der festen Überzeugung, dass sich niemand auf Dauer diesem großen Ziel entziehen kann.

 

Bernhard Frohn

"Mich begeistern nachhaltige Lösungen, die langfristig alle zu Gewinnern machen. Einseitiges Wirtschaften zum kurzfristigen Nutzen weniger wird uns auf die Füße fallen. Das ist kein politisches Statement von mir, sondern ich behaupte, dass nur mit konsequenter Nachhaltigkeit langfristig unsere sozialen und wirtschaftlichen Systeme stabil bleiben werden. Die zunehmende Instabilität unserer sozialen und wirtschaftlichen Systeme sind gerade gut zu beobachten. Kann mir jemand erklären, wie in einem der reichsten Länder der Welt, nämlich in Deutschland, die Kinderarmut steigen kann? Hier ist HANDELN angesagt, wie gesagt, zum Wohle Aller und mit dem Blick in die Zukunft!"

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