Die digitale Revolution des Bauens


Das Bauen hat sich streng genommen in den letzten 100 Jahren nicht verändert. Planer berechnen das statische System, legen die Technik aus und zeichnen die Architektur. Das Computer Aided Design (CAD) war nicht wirklich eine Revolution, sondern hat, wie die E-Mail als Kommunikationsmittel auch, alte Probleme gelöst und neue geschaffen. Anhand von Plänen und textlichen Beschreibungen übersetzt das Bauunternehmen die vorhandenen Daten in Beton, Stahl, Blech usw. Dabei stellt die Übersetzung von der Planung in den Bau hinein das eigentliche Problem dar. Pläne und Beschreibungen sind bisher nicht so exakt, dass wie im Maschinenbau das Geplante direkt realisiert wird. Wer will auch diese Präzision für einen einmaligen Bau bzw. ein Unikat bezahlen?

So entstehen an der Schnittstelle zwischen Planung und Bau Interpretationsmöglichkeiten, die im besten Fall zu Fehlinterpretationen führen, die noch im Planungs- und Bauablauf korrigiert werden, und die im schlechtesten Fall für die Generierung von heftigen Nachträgen genutzt werden. Da leider viele Bauherren einen harten Preiswettbewerb durchziehen und den billigsten Anbieter mit dem Auftrag „belohnen“, hat die Baubranche die Kunst entwickelt, über Nachträge das Geld wieder hereinzuholen, das notwendig ist, um auskömmlich zu arbeiten. Gerade die öffentliche Hand ist Spezialistin darin, Prozesse aufzusetzen, die ruinös sind. Daher wird man bei größeren öffentlichen Bauvorhaben, mit wohlmöglich auch noch europaweiter Ausschreibung, keine regionalen Mittelständler mehr in Deutschland finden, die mitbieten können. Insolvenzen sind bei solchen Baustellen an der Tagesordnung. Diese Gemengelage führt letztendlich zu einem erhöhten Preis, den wahrscheinlich der teuerste Anbieter des Wettbewerbs bereits angeboten hatte. Das ist Unsinn zum Quadrat und ich bin gespannt, wann die öffentliche Hand hier reagiert.

Aber auch private Bauherren seien vor dem günstigsten Anbieter hier ausdrücklich gewarnt: Dieser wird sein Geld schon machen, das verspreche ich Ihnen und sei es, indem er die Qualität an den Stellen senkt, die später niemand wahrnimmt. Wenn der Vertrag zwischen Bauherr und Bauunternehmen geschlossen ist, drehen sich die Machtverhältnisse dann um, wenn der Interpretationsspielraum zwischen Planung und Bau groß ist. Das will ich hier nicht näher ausführen, es geht aber um einen ziemlich dramatischen Sachverhalt, der sogar den Bauherren in die Insolvenz treiben kann.

Das digitale Bauen ist hier eine einmalige Chance, die ganz sicher ihren Weg finden wird. Gelänge es, digital so präzise zu planen, dass die Planung gleich in die „Fabrik“ geschickt werden kann, dann entfällt der Interpretationsspielraum zwischen unzureichender Planung und der Ausführung. Das Building Information Modeling (BIM) ist hier ein Softwarestandard, der die Basis für diese Träume liefert. Apropos Traum: Fassadenplaner sind seit Jahren schon dabei, komplizierte Fassaden für die Hochhaustürme in Dubai auf diesem Weg zu konzipieren. Natürlich beginnt diese Entwicklung zunächst bei Bauvorhaben, bei denen Geld keine Rolle spielt. Aber so wie das tragbare Telefon heute für jeden erschwinglich ist, wird das selbstfahrende Auto für jeden erreichbar sein und wird auch die Digitalisierung des Bauens auch für kleine Bauvorhaben möglich sein. Dann wird Bauen transparent. Qualität und Preis können im Vorfeld exakt bestimmt werden und ein ruinöser Wettbewerb nur über den Preis entfällt.

Wer uns kennt, der weiß, dass wir es nicht bei Worten belassen. Wir arbeiten bereits für unseren BOB an dieser digitalen Revolution. Lassen Sie sich überraschen.

Bernhard Frohn

"Mich begeistern nachhaltige Lösungen, die langfristig alle zu Gewinnern machen. Einseitiges Wirtschaften zum kurzfristigen Nutzen weniger wird uns auf die Füße fallen. Das ist kein politisches Statement von mir, sondern ich behaupte, dass nur mit konsequenter Nachhaltigkeit langfristig unsere sozialen und wirtschaftlichen Systeme stabil bleiben werden. Die zunehmende Instabilität unserer sozialen und wirtschaftlichen Systeme sind gerade gut zu beobachten. Kann mir jemand erklären, wie in einem der reichsten Länder der Welt, nämlich in Deutschland, die Kinderarmut steigen kann? Hier ist HANDELN angesagt, wie gesagt, zum Wohle Aller und mit dem Blick in die Zukunft!"

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