Billigprodukt? – Ich bin doch nicht blöd!


Heute ist Feiertag für mich. Ich feiere mehrere Studien, die nachweisen, dass nachhaltiges Handeln zu größerem wirtschaftlichen Erfolg führt. Nein es geht bei Nachhaltigkeit nicht mehr darum, der Werbung nette Stories für das Greenwashing zu liefern, sondern es geht um knallharten, nachweisbaren Gewinn in Euro oder Dollar. Diesen erzielen allerdings auch nur diejenigen Unternehmen, die nachweisen, dass sie wirklich nachhaltig agieren. Liebe Gesellschaft, das ist die Chance, diesem Planeten das Leben zu verlängern. Ich habe nichts dagegen, dass Geld die Welt regiert, wir müssen nur die Werte so verschieben, dass mit Geld das richtige gekauft wird. Wenn billig also allmählich teuer wird, dann ist Nachhaltigkeit bald ein dickes Geschäftsmodell und dann nützt es uns allen.

Eine der Studien stammt von der Beratungsgesellschaft Wyman mit dem Titel „From Green To Sustainable“ andere Studien stammen von der Universität Oxford „From the Stockholder To The Stakeholder“ und von der Universität Maastricht (Gerrit Wiezoreck) „Environmental Performance and the Cost of Debt“. Alle Studien arbeiten gründlich heraus, dass der sparsame Umgang mit stofflichen Ressourcen sowie der verantwortungsvolle Umgang mit der menschlichen Arbeitskraft die Risiken der Unternehmen und deren Produkte in der Zukunft mindern. Risiken sind in der Wirtschaft der Gradmesser für günstiges Kapital. Die Vermeidung von Risiken erleichtert den Kapitalzugang und den Preis des Geldes, also den Zins. Bei über 300 Unternehmen konnte nachgewiesen werden, dass die günstigeren Kapitalbedingungen die Wirtschaftlichkeit signifikant verbessern. 1,5 Mio. € wurden im Durchschnitt pro Jahr gespart.

Das ist aber nicht alles. Der motivierende, sensible Umgang mit Personal spart ebenso Kosten. Die Abnahme der Burn-out-Erkrankungen oder von Rückenleiden bzw. positiv formuliert die Erhaltung der Gesundheit der Mitarbeiter wird zur Unternehmensaufgabe. Und da die Mitarbeiter merken, dass sich der Unternehmer wirklich für seine Mitarbeiter interessiert, ist er motivierter und spricht von SEINER Firma. Hier können Sie jeden Motivationsguru in seiner Wirkung schlicht vergessen. Daher stieg auch den Studien zur Folge die Produktivität in den untersuchten Unternehmen bei gleichzeitig günstigerem Kapital. Alle diejenigen Firmen, die diese Zeichen noch nicht verstanden haben, sollten sich schnell mit dem Thema beschäftigen. Das Zauberwort heißt aber Konsequenz im Handeln und das gegen die verlockenden Signale des kurzfristigen Erfolgs.

Genau aus diesem Grund fällt es dem Verbraucher (gerade in Deutschland) auch so schwer, in nachhaltige Produkte zu investieren. Beim Kauf muss ich eben mehr Geld hinlegen und dieser Schmerz ist noch zu groß. Daher will ich weder Verbraucher noch Entscheider verurteilen, zumal ich mich selbst und meine Fehler kritisch beobachte. Aber lieber Verbraucher seien Sie kritisch und beschäftigen Sie sich mit Lebenszykluskosten und zwar auch mit denen, die man nicht direkt messen kann, wie zum Beispiel der menschlichen Ressource und deren Produktivität.

Dass die Verbraucher gedanklich schon auf dem Weg sind, zeigt er, wenn er in die Rolle des Aktionärs schlüpft. Ein Aktionär denkt eher langfristig und investiert wie selbstverständlich in nachhaltige Firmen mit nachhaltigen Produkten, das haben die Studien eindrucksvoll nachgewiesen. Wenn Sie mögen, schauen Sie sich die Wachstumsraten von Umweltbanken oder Umweltfonds an. Es fließt mittlerweile so viel Geld in diese Produkte, dass man wieder aufpassen muss, dass die Märkte nicht überhitzen. Eine platzende Blase können wir jetzt nicht gebrauchen, sie wäre das falsche Signal. Daher sollten die guten alten Gesetze des Kurs-Gewinn-Verhältnisses bei aller Euphorie nicht außer Acht gelassen werden.

Und was heißt das jetzt für mich? Ich werde noch konsequenter an meinem Weg festhalten, unser Bürogebäude der Zukunft konsequent auf Nachhaltigkeit zu trimmen. In einer Branche, in der Käufer und Anbieter stunden- und tagelang nur über die Investitionskosten streiten, um dann einen vermeintlich tollen Deal zu machen, ist das eine Herausforderung, der ich mich aber gerne stelle. Auch die öffentliche Hand vergibt ja nur nach dem Kriterium des kleinsten Preises. Wann wird das endlich geändert, wann regt sich hier endlich jemand mit mir darüber auf? Der kleinste Preis bedeutet, dass keine optimalen Gebäude entstehen. Es wird gebaut, was rechtlich notwendig ist und nicht was im Sinne von Lebenszykluskosten sowie Energie- bzw. Ressourcenverbrauch wirtschaftlich (!) sinnvoll ist. Verstehen Sie das?

Wenn mich da draußen jemand hört, dann kommentieren Sie gerne diesen Beitrag oder leiten Sie ihn weiter. Es geht um nicht mehr oder weniger darum, dass sich die Werte unseres Wirtschaftslebens in Richtung Nachhaltigkeit verschieben. Wenn die Wirtschaft Nachhaltigkeit antreibt, dann habe ich große Hoffnung, dass die Gesellschaft ihre Herkulesaufgabe bewältigen kann!

Also ich mache heute einen nachhaltigen Sekt auf. Prost.

Bernhard Frohn

"Mich begeistern nachhaltige Lösungen, die langfristig alle zu Gewinnern machen. Einseitiges Wirtschaften zum kurzfristigen Nutzen weniger wird uns auf die Füße fallen. Das ist kein politisches Statement von mir, sondern ich behaupte, dass nur mit konsequenter Nachhaltigkeit langfristig unsere sozialen und wirtschaftlichen Systeme stabil bleiben werden. Die zunehmende Instabilität unserer sozialen und wirtschaftlichen Systeme sind gerade gut zu beobachten. Kann mir jemand erklären, wie in einem der reichsten Länder der Welt, nämlich in Deutschland, die Kinderarmut steigen kann? Hier ist HANDELN angesagt, wie gesagt, zum Wohle Aller und mit dem Blick in die Zukunft!"

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s