Megatrend Gesundheit und was wirklich zählt!


Fast 50 % der arbeitenden Bevölkerung arbeitet im Bürogebäude und das 80.000 h in einem Leben. Was? 80.000 h? Das ist ja Wahnsinn! Ja, das ist es. 80.000 h verbringen wir alleine im Büro und das wahrscheinlich im Sitzen. Sitzen ist das neue Rauchen sagen moderne Gesundheitsstudien und ich fürchte, dass diese Recht haben. 10.000 Schritte sollte man am Tag zurücklegen, aber nur wie? Von zu Hause ins Auto, vom Auto ins Büro, zu Fuß (!) die Treppe hoch, zum Schreibtisch, vom Schreibtisch einen Kaffee holen, von dort aus zur Videokonferenz in den Besprechungsraum, von dort zum Schreibtisch, dann noch kurz zum Kollegen, dann zum Auto, nach Hause Feierabend.

Ich habe es einmal im Selbstversuch getestet. Ich habe mir eine Schrittzähler-App besorgt und ich habe es gemessen. 1,2 km gehe ich an einem normalen Büroalltag! Das Fünffache wäre angesagt. Das kann nicht gut gehen.

Mehr Bewegung und gesunde Ernährung sind aber noch nicht alle Weisheiten zu dem Thema Gesundheit am Arbeitsplatz.

Eine Studie besagt, dass 70 % der Mitarbeiter die innere Kündigung bereits ausgesprochen haben. WAS??? Liebe Chefs, Unternehmer, Manager, Führungskräfte: Was läuft hier falsch? Auch wenn Sie jetzt vielleicht denken (ich denke das auch), bei mir im Unternehmen kann das gar nicht sein, dann besteht bei der großen Zahl die hohe Wahrscheinlichkeit, dass auch 20 – 30 % Ihrer Mitarbeiter bereits innerlich gekündigt haben. Innere Kündigung bedeutet vor allem, dass der Mitarbeiter keinen Sinn mehr in seiner Arbeit sieht. Ihn motiviert noch, dass er monatlich ein Gehalt erhält und ansonsten dominieren am Freitag die Wünsche zum Wochenende und am Montag die Nachfrage, was man denn am Wochenende gemacht habe. Dienstag bis Donnerstag lassen sich dann die Urlaubspläne austauschen. Noch ein Wahnsinn! Wissen Sie, wie grausam es ist, etwas zu tun, in dem man keinen Sinn sieht. Ich bin mir zu 110 % sicher, dass dies krank macht, schwer krank. Die psychischen Krankheiten haben in den letzten 10 Jahren um 70 % zugenommen. Brauchen Sie noch mehr Beweise für die dramatischen Zustände im Bürobetrieb?

Können wir etwas tun?

Ja, wir können etwas tun und zwar sehr viel! Wir müssen zum einen die Mitarbeiter wieder zum sinn- und genussvollen Leben erwecken. Wir müssen Sie anleiten, Sinn in ihrem Leben zu entdecken und zu schaffen. Das muss ganz und gar nicht nur im Berufsleben sein. Im Gegenteil, auch ein privates Ziel kann den Beruf anfeuern. Wie das? Ich erzähle es Ihnen: Haben Sie schon einmal Ihren Mitarbeiter oder Bewerber nach seinem Traum gefragt? Ich meine einen richtigen Traum also nicht ein Auto oder eine Urlaubsreise. Ich meine etwas, bei dem Sie zurückblickend auf ihr Leben wirklich stolz sein werden. Fragen Sie einen 30-jährigen nach seinem Traum, erhalten Sie wahrscheinlich eine Liste von 2-8 Punkten. Fragen sie hingegen einen 50-jährigen, dann erhalten Sie die Gegenfrage: „Was meinen Sie? Wie ein Traum? Ich bin doch nicht mehr 20.“ Spannend ist aber, wenn Sie es tun. Ich habe schon Bewerber um die 50 nach ihrem Traum gefragt und 2-3 Tage später bekam ich eine Rückmeldung der Art: „Sie haben etwas in mir ausgelöst, ich habe tatsächlich noch Träume. Vielen Dank für Ihre Frage.“

Was soll das nun mit der Arbeit im Büro zu tun haben? Ganz einfach. Nachdem Sie einen Traum von Ihrem Mitarbeiter erfahren haben, machen Sie sich gemeinsam Gedanken, was Sie, was Ihr Unternehmen dazu beitragen kann, den Traum zu erfüllen. Braucht der Mitarbeiter Zeit, einen längeren Urlaub am Stück, ein Darlehen, Kontakte… was können Sie beisteuern? Sollten Sie etwas Relevantes finden, dann haben Sie plötzlich einen hoch motivierten Mitarbeiter. Dann ist vielleicht die Arbeit in Ihrem Unternehmen nur Mittel zum Zweck, aber warum nicht? Glauben Sie wirklich es gelänge uns, Jobs zu schaffen, die aus sich selbst heraus hoch motivierend sind, so dass die Mitarbeiter auch dann noch zur Arbeit kämen, wenn sie kein Geld bekämen? Ich glaube das nicht und ich habe erfahren, dass über die Erfüllung privater Ziele/Träume Mitarbeiter ihrer Arbeit plötzlich einen neuen Stellenwert und Sinn verleihen. Und das hält eben gesund und motiviert. Das ist (m)eine Interpretation der Work-Life-Balance.

Habe ich mir das ausgedacht? Nein natürlich nicht. Ich empfehle Ihnen dringend das Buch „The Big Five for Life: Was wirklich zählt im Leben“ von John Strelecky.

Da sich körperliche und psychische Beschwerden gegenseitig beeinflussen können, kann eine gesunde Psyche mit einem erfüllten Leben auch zur Gesundung beitragen. Ich bin kein Mediziner, aber ich glaube, dass ich dies mutig behaupten darf. Der Megatrend Gesundheit hat daher auch im Büroalltag ein zu Hause, wenn ihm Einlass gewährt wird. Denn wie schon eingangs beschrieben, arbeiten unglaublich viele Menschen unglaublich lange in Bürogebäuden. Das ist auch der Grund dafür, warum ich mich dem Thema Bürogebäude und Arbeit so intensiv widme. Die eigenen Erfahrungen zeigen, dass das Wohl und Wehe einer Firma, egal wie schlau das Geschäftsmodell auch sein mag, von gesunden Menschen abhängt, die tagein, tagaus kreativ, motiviert und serviceorientiert die Kunden bedienen oder Produkte entwickeln. Wer hier meint, das Bürogebäude sei nur ein Gebrauchsgegenstand, regendicht, mit ein bisschen Nachhaltigkeitsvokabeln garniert und schick designt, der ist mutig. Denn schließlich geht es ja nur um den Erfolg des Unternehmens!

Bernhard Frohn

"Mich begeistern nachhaltige Lösungen, die langfristig alle zu Gewinnern machen. Einseitiges Wirtschaften zum kurzfristigen Nutzen weniger wird uns auf die Füße fallen. Das ist kein politisches Statement von mir, sondern ich behaupte, dass nur mit konsequenter Nachhaltigkeit langfristig unsere sozialen und wirtschaftlichen Systeme stabil bleiben werden. Die zunehmende Instabilität unserer sozialen und wirtschaftlichen Systeme sind gerade gut zu beobachten. Kann mir jemand erklären, wie in einem der reichsten Länder der Welt, nämlich in Deutschland, die Kinderarmut steigen kann? Hier ist HANDELN angesagt, wie gesagt, zum Wohle Aller und mit dem Blick in die Zukunft!"

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