Was das Büro der Zukunft über Vernetzung wissen sollte.


Vernetzung ist so ein Begriff, der in den letzten Jahren neu erfunden wurde. Facebook vernetzt junge und zunehmend ältere Menschen, XING und LinkedIn vernetzen berufliche Belange. BMW erfindet Connected Drive, Car2Go stellt Leihwagen einfach am Straßenrand ab und vernetzt sie per Smartphone, einfach einsteigen und losfahren. Das Bürogebäude entdeckt smart grids und die Gebäudesystemtechnik und vernetzt sich mit der Wettervorhersage im Internet. Und sollten Sie noch Zweifel haben, welchen Wert Vernetzung hat, dann sei Ihnen gesagt, das WhatsApp eine drittklassige Software mit einer erstklassigen Idee vor kurzem für 18.000.000.000 € an Facebook verkauft wurde. Die neue Währung heißt Vernetzung.

Woher kommt diese Vernetzungsbewegung und wo führt sie hin? Beschäftigen wir uns zunächst mit dem Woher. Menschen lebten schon immer vernetzt in Stammes- oder Dorfstrukturen, als Verein oder Verbindung. Menschen separieren sich gerne als Ehepaar, Freundeskreis oder Familie, genauso suchen sie aber auch Halt in der Gemeinschaft. Die Idee Talente Einzelner zum Nutzen vieler oder aller zu nutzen, ist wahrscheinlich ein Beweggrund, um sich in die manchmal ungeliebte Masse zu bewegen. Apropos Nutzen. Das Handeln des Menschen ist stark von dem Nutzen geprägt, der vermeintlich herausspringen könnte. Dabei geht es nicht nur um Materielles sondern natürlich auch um Anerkennung im sozialen Umfeld, um Selbstverwirklichung oder auch einfach nur um Spaß.

Was ist also jetzt neu? Neu ist die Kommunikationstechnik, die uns per geschriebenem oder gesprochenem Wort und zunehmend per Bild und Videobotschaft miteinander verbindet. In unglaublich kurzer Zeit, mit unglaublichem kleinen Aufwand kann eine unglaublich große Masse Mensch erreicht werden. So wird Vernetzung im wahrsten Sinne zum Kinderspiel. Die digital natives – also die in der 80er Jahren oder später geborenen, werden wahrscheinlich gar nicht verstehen, dass diese Erkenntnis erwähnenswert ist. Internet und Vernetzung sind normal. Sie, liebe älteren Leser, werden sich wundern, welche Geschäftsmodelle in den nächsten Jahren auf diesem Weg entstehen werden, wir sollten den jungen Leuten sehr genau zuhören.

Aber die zunehmende Vernetzung hat noch weitere Gründe. Durch die Vernetzung von Informationen können vollkommen neue Funktionen und Features entwickelt werden. Wenn der Konferenzraum im Büro der Zukunft über Outlook gebucht wird, dann erhält zum einen die Gebäudeleittechnik eine Nachricht. Abhängig von der angegebenen Anzahl der Personen und durch einen kurzen Blick in die Wettervorhersage wird die Raumtemperierung rechtzeitig, angemessen und energieeffizient vorgenommen. Das Catering hat eine automatische Nachricht über die Anzahl der Personen erhalten, für die Gedecke, Kaffee und weitere Getränke vorzubereiten ist. Zeigt der Präsenzmelder, dass die Sitzung zu Ende ist, fährt die Technik wieder in den Ruhemodus. Zukunft? Nein das ist Gegenwart, BOB verfügt bereits über zahlreiche vernetzte Funktionen.

Jetzt gibt es einen interessanten sich selbst verstärkenden Kreislauf. Das Internet führt zu einer Transparenz der Anbieter in allen Branchen. Um sich jetzt wieder abzuheben, werden neue Funktionen und Features entwickelt, möglichst zeitlich vor der Konkurrenz. Und diese Features und Innovationen entstehen eben aus Vernetzung, Vernetzung von Wissen, Vernetzung von Menschen und Systemen. Der Kreislauf nimmt seinen Lauf und wir sind noch lange nicht am Ende des „Vernetzungsmarktes“ angekommen.

Das Bürogebäude der Zukunft muss hier mitgehen. Es gibt zwar noch den Einzelarbeitsplatz, aber jeder Mitarbeiter hat mehrere Angebote. Neben dem Home-Office gibt es auch Rückzugsräume, Teamräume oder Medienräume, die auch zum Arbeitsplatz werden. Nicht der einzelne Arbeitsplatz ist der Arbeitsplatz, sondern das Bürogebäude ist der Arbeitsplatz. Dabei will der Nutzer an allen Stellen dieselben Informationen und Tools. Das Office-Programm, das auf dem iPad geöffnet wurde, wird in demselben Zustand zu Hause weiterbearbeitet. Im Bürogebäude wächst daher der Anteil der Medientechnik. An vielen Stellen wird das Angebot gemacht, einmal eben zu googlen oder eine Notiz zu verfassen. Die Videokonferenz verbindet dabei die verstreuten Kollegen und führt wieder zusammen, was die E-Mail nicht schafft. Apropos E-Mail. Ich würde gerne hiermit das Ende dieses Mediums voraussagen. Die eindimensionale Kommunikation, die nur für einen erreichbar und gespeichert ist, wird bald der Vergangenheit oder der Nische angehören. Wissensarbeiter verbringen heute 30 % ihrer Arbeit mit dem Lesen und Schreiben von E-Mails. Das ist das Gegenteil von Effizienz. E-Mails sind häufig unpräzise formuliert und so dauert es ein wenig, bis Sachverhalte klar gestellt und Missverständnisse ausgeräumt wurden – natürlich in Kopie an alle.

Das Büro der Zukunft ist auch selbst vernetzt, wie schon oben angedeutet. Lichtszenarien werden abhängig von der Tageszeit, der Außenhelligkeit und dem Nutzerprofil automatisch ausgewählt. Dabei merkt das Bürogebäude z.B. per Smartphone-Erkennung, welcher Nutzer sich wo befindet. Sollte Energie gerade günstig zu kaufen sein, so wird ein Bürogebäude, wie BOB zum Beispiel, einmal eben seine 2-3 Tage ausreichenden Speicher der Betonkernaktivierung mit Kälte oder Wärme mit günstiger Energie zum Beispiel aus überschüssiger Photovoltaik aufladen. Das Elektroauto unten auf dem Parkplatz kommuniziert auch mit Outlook und lädt sich auf, wenn Fahrten anstehen. Wohin und wie weit es geht, weiß Outlook.

So und wenn Sie jetzt noch meinen, das sei alles nur visionäre Zukunft, dann schauen Sie sich einmal in diesem Elektronikbaukasten mit 4-Rädern um, das wir Auto nennen. Dort ist noch viel mehr Realität. Hier wird sogar der Krankenwagen gerufen, wenn die Airbags auslösen. Es wird spannend in der Zukunft und ziemlich vernetzt. Das verspreche ich Ihnen!

Bernhard Frohn

"Mich begeistern nachhaltige Lösungen, die langfristig alle zu Gewinnern machen. Einseitiges Wirtschaften zum kurzfristigen Nutzen weniger wird uns auf die Füße fallen. Das ist kein politisches Statement von mir, sondern ich behaupte, dass nur mit konsequenter Nachhaltigkeit langfristig unsere sozialen und wirtschaftlichen Systeme stabil bleiben werden. Die zunehmende Instabilität unserer sozialen und wirtschaftlichen Systeme sind gerade gut zu beobachten. Kann mir jemand erklären, wie in einem der reichsten Länder der Welt, nämlich in Deutschland, die Kinderarmut steigen kann? Hier ist HANDELN angesagt, wie gesagt, zum Wohle Aller und mit dem Blick in die Zukunft!"

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