Der Freibrief zum Glücklichsein: Gütesiegel der Nachhaltigkeit


Es gibt sie die Gütesiegel zur Nachhaltigkeit: DGNB, Leed, Breeam, EMAS, GreenBuilding, Der blaue Engel, BIO, Fairtrade und noch viele mehr. Machen Sie auch glücklich? Hier folgt eine kritische Annäherung. Beginnen wir positiv. Nachhaltigkeit ist ein extrem schwer zu fassendes Thema.

Das Bürogebäude der Zukunft ist selbstverständlich nachhaltig, aber was heißt das bitteschön? Wer weist dies nach? Wer bestimmt, welche Prozesse und Methoden dafür sorgen, dass unsere Nachfolgegenerationen von dem Bau eines Bürogebäudes profitieren und nicht darunter leiden? Hier haben die Zertifikate ganze Arbeit geleistet. Interdisziplinär und mit viel Fingerspitzengefühl sind umfangreiche Kriterienkataloge und Bewertungssysteme entstanden. Dabei zeigt sich wieder einmal, dass deutsche Ingenieurkunst ganzheitlich denkt. Hier sind wirklich gute Vorlagen entstanden, die wir gerne für das Bürogebäude der Zukunft nutzen.

Die spannende Frage ist jetzt, bauen wir wirklich durch die Zertifikate nachhaltiger als früher?

Hierauf kann mit einem klaren Jein geantwortet werden. Was haben wir auch erwartet? Menschen nutzen Messer mit Präzisionsklinge, um ein wunderbares Essen zuzubereiten, um in einer Operation einen Patienten von einer Krankheit zu befreien oder im Streit den Kontrahenten zu verletzen. Ist ein scharfes Messer gut? Eben, jein.

Es hängt also davon ab, wer das Instrument wofür nutzt und erst dadurch wird es zum guten oder schlechten Instrument. Daher sollten wir nicht die Zertifikate an sich in Frage stellen, sondern eher Menschen und Organisationen hinterfragen, die sich mit Nachhaltigkeitszertifikaten ein Feigenblatt suchen und – insgeheim ausschließlich einen eigenen kommerzielle Nutzen suchen. Zur Nachhaltigkeit gehört aber zwingend, dass wir Systeme errichten, die über längere Sicht hin allen nützen. Die Optimierung des Einzelnutzens kann nicht nachhaltig sein.

Schaut man sich die Gesellschaft an, dann sieht man den Konflikt. Das INDIVIDUUM, die Selbstverwirklichung und Gewinnmaximierung werden groß geschrieben und das widerspricht eben der Optimierung des Allgemeinwohls. Allein schon im Straßenverkehr kann beobachtet werden, wie gehetzt, gekämpft und geschnitten wird. Es gibt aber Hoffnung.

Man sollte nie pauschalisieren, aber ich kenne viele junge Leute – und einige davon arbeiten für uns -, die ihre Wertelandkarte neu sortiert haben. Diese junge Generation hat für sich erkannt, dass eine funktionierende Gesellschaft, die auch an die Zukunft denkt, dem Individuum dient. Hier wird aus dem Widerspruch, den die Babyboomer noch so interpretiert haben, plötzlich eine Einheit.

Zum Abschluss möchte ich mich noch mit einem schönen alten Spruch als Vorbild outen: Alle denken nur an sich, nur ich, ich denk an mich! In diesem Sinne, kämpfen Sie schön nachhaltig, das macht glücklich.

Bernhard Frohn

"Mich begeistern nachhaltige Lösungen, die langfristig alle zu Gewinnern machen. Einseitiges Wirtschaften zum kurzfristigen Nutzen weniger wird uns auf die Füße fallen. Das ist kein politisches Statement von mir, sondern ich behaupte, dass nur mit konsequenter Nachhaltigkeit langfristig unsere sozialen und wirtschaftlichen Systeme stabil bleiben werden. Die zunehmende Instabilität unserer sozialen und wirtschaftlichen Systeme sind gerade gut zu beobachten. Kann mir jemand erklären, wie in einem der reichsten Länder der Welt, nämlich in Deutschland, die Kinderarmut steigen kann? Hier ist HANDELN angesagt, wie gesagt, zum Wohle Aller und mit dem Blick in die Zukunft!"

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