Baby-Boomer und andere Alterserscheinungen


Einige wollen es noch nicht wahr haben, andere wissen es schon länger. In den Industrienationen findet eine Überalterung der Gesellschaft und damit auch der Arbeitnehmer statt, die schon erstaunliche Dimensionen annimmt. In 6 Jahren, also 2020, wird jeder zweite Arbeitnehmer in Deutschland älter als 50 Jahre alt sein. Lesen Sie den Satz am besten noch einmal, damit Ihnen die Reichweite wirklich deutlich wird.

Für beinahe jedes Geschäftsmodell beginnt daher der Kampf um die jungen Mitarbeiter und die Pflege der älteren Generationen. Es macht keinen Sinn mehr, Mitarbeiter ab 50 auf die Reservebank zu schicken, sondern die Zukunft wird daraus bestehen, dass wir eine gesunde Mischung aus jungen aufstrebenden Menschen und älteren erfahrenen Menschen bilden. Beide haben ihre Vor- und Nachteile und erstaunliche Unterschiede in ihrer Haltung zu ihrer Arbeit. Während die Baby-Boomer Generation von 1956 bis 1965 das Credo live to work erhoben hat, sieht die Generation Y, also die nach 1981 geborenen, live@work als Motto. Die Generation Y will Spaß haben. Der 3er BMW ist nicht mehr so wichtig. iPad oder Bahncard auch zum privaten Gebrauch sind klasse. Der Kicker am Arbeitsplatz und die gemeinsamen Aktionen mit Kollegen machen einen lebenswerten Arbeitsplatz aus. Kariere? Das ergibt sich schon. Schließlich kann die Zukunft nicht ohne uns.

Die Baby-Boomer staunen hier nicht schlecht. Wenn man Hörsäle mit 1000 Studenten erlebt hat, dann ist klar, dass Verdrängungswettbewerb angesagt ist. Der Autor ist ja ein Baby-Boomer und wir wurden in den ersten Vorlesungen damit begrüßt, dass von uns 1000 maximal 200 übrig bleiben. Die Botschaft prägt – ein ganzes Leben.

Nun dient ja dieser Blog der Gestaltung des idealen Arbeitsplatzes und des Bürogebäudes der Zukunft. Nicht jeder von uns Unternehmern heißt Google oder Apple und baut gigantische Tempel. Daher sind kreative Ideen gefragt, um Baby-Boomern, der Generation Y und den Zwischengenerationen einen Arbeitsplatz anzubieten, der allen zusagt. Ältere Menschen hören schlechter und bauchen mehr Leuchtdichte für gutes Sehen. Junge Menschen wollen flexibel sein und wollen das Homeoffice mit dem festen Arbeitsplatz mischen. Eine kleine Veranstaltung mit Kollegen nach der Arbeit wäre auch nicht schlecht. Der große Bildschirm im Besprechungsraum lädt zum Kino ein. Die Baby-Boomer neigen zur Selbstausbeutung und arbeiten bis zum Umfallen. Die Gesundheit leidet, vor allem auch dann wenn eben das Lebensalter schon fortgeschritten ist.

Was kann das Bürogebäude hier bieten? Zunächst Flexibilität für unterschiedliche Lebensstile. Danach ein attraktives und inspirierendes Innendesign, bei dem ein junger Mensch nicht gleich die Flucht ergreift. Moden verschieben sich und ältere Menschen können sich eher auch junger Mode anschließen, als sich junge Menschen im Eichenholz getäfelten Besprechungsraum zu Hause fühlen. Das Raumklima muss ebenso darauf ausgerichtet sein, dass es für alle Generationen und Geschlechter behaglich ist. Es gibt ausreichend Forschungsergebnisse, die hierzu Hinweise liefern. Für ältere Generationen ist ein Ruheraum ideal. Wer weiß, wie effizient nach einer Ruhepause gearbeitet werden kann, der wundert sich, wie wenig Ruheräume es gibt. Die 20 m² sind bares Geld wert. Kennen Sie die Aussage auch: „Ja zu Hause da kann ich effizient arbeiten…“. Das ist die erste Alarmglocke, die Sie läuten hören sollten. Die ersten 5-10 % Gewinn sind dann schon ausgegeben.

Auch die Kita oder Spielecke im Bürogebäude kann einen Arbeitgeber attraktiv machen. Wenn beide Eltern beruflich aktiv sind, wird die Kinderbetreuung für die 25 – 40 jährigen zum Stressfaktor. Das ist zum Nachteil für Kind, Eltern und Arbeitgeber. Wenn Sie schon erlebt haben, wie teuer Personalrecruiting ist und sein wird, dann wissen Sie, wie preisgünstig die obige Idee ist.

Und schließlich sollte tatsächlich das Büro auch für die Aktion am Rande oder außerhalb der Bürozeiten geeignet sein. Es gibt sehr flächeneffiziente und flexible Grundrisse, die dafür sorgen, dass auch Nebenflächen effizient angeboten werden können, die dann für andere Nutzungen außer der harten Arbeit nutzbar sind. Die Erfahrung aus altersgemischten Unternehmen zeigt, dass sich dann auch ältere Mitarbeiter unter das junge Volk mischen.

Leider werden viele Büroneubauten heute noch von den Baby-Boomern finanziert, geplant und entschieden. Sie sind gerade an der Macht. Aber, liebe Baby-Boomer, hört der Generation Y und anderen jüngeren Generationen zu. Wir können viel von diesen Generationen lernen (und umgekehrt versteht sich). Es ist nie zu spät.

Bernhard Frohn

"Mich begeistern nachhaltige Lösungen, die langfristig alle zu Gewinnern machen. Einseitiges Wirtschaften zum kurzfristigen Nutzen weniger wird uns auf die Füße fallen. Das ist kein politisches Statement von mir, sondern ich behaupte, dass nur mit konsequenter Nachhaltigkeit langfristig unsere sozialen und wirtschaftlichen Systeme stabil bleiben werden. Die zunehmende Instabilität unserer sozialen und wirtschaftlichen Systeme sind gerade gut zu beobachten. Kann mir jemand erklären, wie in einem der reichsten Länder der Welt, nämlich in Deutschland, die Kinderarmut steigen kann? Hier ist HANDELN angesagt, wie gesagt, zum Wohle Aller und mit dem Blick in die Zukunft!"

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