Wie arbeiten wir in der Zukunft?


Die Welt ändert sich und das in einem Höllentempo, wenn man die letzten Jahrzehnte betrachtet. Jedes Smartphone entspricht der Rechenkapazität eines RECHENZENTRUMS vor 20 Jahren. Können Sie das fassen? Ich nicht. Und so ändert sich natürlich auch die Arbeitswelt. Wo Kohleminen standen, stehen heute Bürogebäude und Arbeiter werden zu Dienstleistern. WLAN wohin das Auge reicht. Digitale Verfügbarkeit in der Dusche. Arbeit ist immer und überall. Die Trennung zwischen Beruf und Freizeit ist fließend. Ändert sich wirklich alles?

Ich glaube, dass sich tatsächlich die Randbedingungen rasant ändern, aber nicht der Mensch. Er kommt nicht mit. Nonterritoriale Arbeitsplätze sind ein Beispiel für Experimente, die in der Theorie und in meinen Augen nur dort funktionieren. Jeder erhält seinen Container und wandert wie ein Obdachloser im Büro umher und sucht sich einen Arbeitsplatz unter der Brücke. Jeder Arbeitsplatz sieht gleich aus. Nur der Container bietet Freiraum für Individualität. Was für eine Wertschätzung für unseren Mitarbeiter. Lieber Mitarbeiter, Du bist mir keinen Arbeitsplatz wert, schaue wo Du einen Platz bekommst. Kann es das sein? Wir sprechen von der teuersten Ressource unseres Unternehmens!

Auch bei der zeitlich grenzenlosen Verfügbarkeit der Mitarbeiter habe ich so meine Bedenken. Einerseits ist es klasse, wenn man flexibel der Arbeit nachgehen kann. Um 15:00 Uhr aus dem Büro, das Kind von der Kita abholen und um 20:00 Uhr zu Hause nochmals an den Rechner in die Cloud. Vielen Mitarbeitern kommt diese Arbeitsweise zu Gute und tatsächlich fördert sie auch dort die Kreativität. Entspannt arbeitet sich eben besser. Aber ich mache mir Sorgen, um all diejenigen, die mit Freiheit schlecht umgehen können. Da gibt es zum einen diejenigen, die schnell gemütlich werden. Das schadet dem Arbeitgeber, aber auch dem Arbeitnehmer, denn schließlich führt seine Anteilnahmslosigkeit dazu, dass Erfolgserlebnisse ausbleiben. Ein wenig Kontrolle täte ihm gut. Und dann gibt es noch die Workaholics, die sich gnadenlos ausbeuten. Das mag für den Arbeitgeber über einige Jahre eine höhere Produktivität ergeben. Der Burnout ist aber vorprogrammiert. Das Arbeiten immer und überall, will daher gelernt sein. „Niemand ist frei, der über sich selbst nicht Herr ist.“, hat schon Matthias Claudius erkannt.

Und dann war da noch der Gedanke der Virtualisierung unserer Arbeitsstrukturen. Jeder ist selbständig und verleiht für eine Zeit seine Arbeitskraft an einen Auftraggeber. Große Firmen gibt es kaum noch. Firmen heuern ein Heer von Freiberuflern und Leiharbeitern an. Diese wiederum arbeiten (siehe oben) immer und überall. Das 10-jährige Firmenjubiläum gibt es nicht mehr. Nach 2 Jahren wird weiter gewandert. Neue Erfahrungen, neue Herausforderungen. Es lebe die Unverbindlichkeit. Auch hier glaube ich, dass die Rechnung ohne den Wirt gemacht wird. Sicher kann ich auch der Flexibilisierung von Arbeitsverhältnissen etwas abgewinnen, aber es fällt mir schwer zu glauben, dass die Menschen einmal eben in den letzten 20 – 30 Jahren ihr seit Jahrtausenden angelerntes soziales Verhalten geändert haben. Wir tragen so dermaßen viele Eigenschaften in uns, die aus Zeiten der Entwicklung des homo sapiens stammen, dass ich doch die Frage stellen möchte, ob unser revolutionäres Jahrhundert auch wirklich zum Erfolg führt. 13 % aller Krankheitstage der Beschäftigten haben psychische Ursachen. Das sind schlappe 53,5 Millionen Fehltage in Deutschland. Sofern ein Mitarbeiter für seine Firma pro Tag 500 € erwirtschaften soll, sprechen wir hier über einen volkswirtschaftlichen Schaden von 26,8 Mrd. €.

Ich habe eine Idee!

Was halten Sie davon, wenn wir vorbildliche Bürogebäude bauen, die Behaglichkeit, Komfort und Effizienz unter einem Dach anbieten? Dann bieten wir feste, individualisierbare Arbeitsplätze an, die so richtig, unverrückbar, brutal territorial sind. Dann essen wir gemeinsam Kuchen zum Einstand, Geburtstag, Namenstag, Hochzeit, Geburt des 1. Kindes, Geburt des 2. Kindes, Abitur des 1. Kindes, Abitur des… Und schließlich gibt es zum 10-jährigen einen Kugelschreiber selbstverständlich mit eingraviertem Namen. Das wär´s. Schöne neue Welt.

Bernhard Frohn

"Mich begeistern nachhaltige Lösungen, die langfristig alle zu Gewinnern machen. Einseitiges Wirtschaften zum kurzfristigen Nutzen weniger wird uns auf die Füße fallen. Das ist kein politisches Statement von mir, sondern ich behaupte, dass nur mit konsequenter Nachhaltigkeit langfristig unsere sozialen und wirtschaftlichen Systeme stabil bleiben werden. Die zunehmende Instabilität unserer sozialen und wirtschaftlichen Systeme sind gerade gut zu beobachten. Kann mir jemand erklären, wie in einem der reichsten Länder der Welt, nämlich in Deutschland, die Kinderarmut steigen kann? Hier ist HANDELN angesagt, wie gesagt, zum Wohle Aller und mit dem Blick in die Zukunft!"

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